Donnerstag, 9. September 2010

Back in black

Liebe Reisebegeisterte und EntwicklungshelferInnen,

dies hier ist mein vorerst letzter Beitrag auf diesem Wege und hat eigentlich nur eine einzige Funktion.

Solltet ihr an einem Entwicklungsdienst dieser Art interessiert sein und noch ein paar offene Fragen in der Hinterhand haben, schreibt mich gerne an: frederik.bitzer@gmail.com

Schüss und bis bald,
Frederik 

Donnerstag, 2. September 2010

Multiple Nahtoderfahrungen


Ein Rückblick auf den ereignisreichen Jahresstart 2010


Freunde, ich lebe noch!

Seit wir vor ca. anderthalb Wochen im bis dahin noch jungfräulichen Jahr 2010  aufgebrochen sind, hat sich eine ganze Menge getan. 

Moremi Wildlife Reserve, Botswana:

Nachdem wir im "Old Bridge Backpackers" in Maun eine entspannte Zeit hatten, war es an der Zeit die Zelte zusammenzuklappen und in andere, unbekannte Sphaeren aufzubrechen. In diesem Fall liegt die unbekannte Sphaere 80km noerdlich von Maun und ist ein Game Reserve, in dem es einen Haufen wilder Tiere, vor allem Elephanten geben sollte.
Unsere Gruppenstaerke hatte sich inzwischen von 7 auf 11 Wildlife-Touris erhoeht. Zwei mit einander herum reisende Ehepaare aus Berlin hatten sich uns im Backpackers angeschlossen, weil sie fuerchteten mit nur einem 4x4-Wagen auf den teilweise sumpfigen Pfaden Moremis stecken zu bleiben und nicht wieder heraus gezogen werden zu koennen - nicht ganz unberechtigt, wie sich noch herausstellen sollte.
Wir fuhren also mit unseren beiden 4x4-Muellhaufen und dem deutlich besseren Auto der Berliner in Kolonne zum Park und wurden schon durch "Achtung Elefanten"-Strassenschilder auf das Kommende eingestimmt. Im Park angekommen, ging's dann von unserer Camp Site direkt auf den ersten Erkundungstrip durch den Park.

Dazu muss Folgendes gesagt werden: Waehrend die Berliner einen externen Ansaugstutzen an ihrem Fahrzeug wissen, d.h. auch durch bis zu den Fenstern stehendes Wasser fahren koennen, haben unsere Karren weder externen Ansaugstutzen noch weniger als 300.000 bzw. 380.000 km weg. Als der Autovermieter bei der Autoauswahl meinte: "Entweder ihr kriegt gebrauchte Autos mit der einen oder anderen Macke guenstig oder Top-Autos fuer einiges mehr", hatte er sicher nicht uebertrieben. 430 Nam$ (40 Euro) pro Tag pro Auto sind fuer solcherlei Autos tatsaechlich sehr guenstig. Allerdings ist die "ein oder andere Macke" ein knallharter Euphemismus im Vergleich zu dem, was wir schon erleben durften: die Armaturen fallen ab, 3 von 4 Dachzelten sind undicht, die Tachoanzeige flimmert wie das Herz einer hundertunddrei Jaehrigen und einer der insgesamt 8 Reifen muss morgens erstmal wieder aufgepumt werden - sorgenfrei reisen geht anders!

Wie auch immer, schon auf dem Weg zum Moremi hatten uns drei im Gebuesch stehende Elefanten Lust auf mehr gemacht, sodass wir frohen Mutes in das Schlammbecken von Moremi aufbrachen.

Wie sieht eigentlich so ein Wildlife Reserve/ National Park von Innen aus?
Das kommt in erster Linie auf die Tourifrequenz an: Viel besuchte Parks, wie zum Beispiel der Etosha National Park in Namibia, haben ein gut ausgebautes und beschildertes Strassennetzwerk, wobei die Strassen meist aus aufgeschuetteten Schotter bestehen. Weniger frequentierte Parks, wie zum Beispiel das Moremi Reserve, haben dagegen Sandpisten, die in der Regenzeit (die gerade begonnen hat) schneller Wasserloecher bilden und so leichter zum Verhaengnis fuer durchfahrende Fahrzeuge werden.

So fuhren wir also in unserer Kolonne querfeldein und bekamen unter anderem Zebras, Impalas (dem Reh verwandt), Hippos (um Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, leider nur von weitem) und die Koenige der Massen: Elefanten, zu sehen. Eigentlich sollten auch Loewen, Leoparden und Geparden zu sehen sein, aber die exklusivere Belegschaft hielt es nicht fuer noetig vor die Linsen zu treten. Der herein brechende Abend sorgte dafuer fuer Highlights im Fotoalbum.
Gerade hatten wir uns von den planschenden Hippos verabschiedet, da erspaehten wir in weiter Ferne eine Elefantenherde von vielleicht 50 Tieren. Da die Laufrichtung vermuten liess, dass die schweren Gesellen auf dem Weg zu dem Wasserloch waren, von dem wir gerade kamen, fuhren wir auf Umwegen zurueck zum Loch. Was dann aber hinter der naechsten Kurve wartete, rettete den Wildlife-Trip und beschleunigte den Herzschlag.
Die bereits erspaehten Elefanten waren offensichtlich nur ein Teil einer viel groesseren Herde gewesen, denn nun standen direkt vor uns nochmal an die 50 Tiere, die sich teilweise an Baeumen rieben, diese Umschmissen oder in Pfuetzen planschten.
So idyllisch eine Elefantenherde auch wirken mag, so gefaehrlich kann sie werden. Ich spare mir an dieser Stelle all die Horrorgeschichten, die sich unterwegs um wild gewordene Elefanten und ihre (menschlichen) Opfer zusammengetragen haben. Auf jeden Fall hatte ich sie in diesem Augenblick alle parat.
Da ich mit Christoph und Dominik im vordersten Auto sass, rechts von uns Busch war und vor und links neben uns Elefanten waren, hatten wir mit den anderen beiden Autos hinter uns keinen echten Fluchtweg. Und wie das so ist mit drei echten Kerlen in einem Auto, das von einer Herde Elefanten umgeben ist, bricht natuerlich Hysterie aus. Von Saetzen, wie "Und wenn die jetzt Panik kriegen und ueber uns drueber rennen?", ueber "Wenn der noch einen Schritt naeher kommt steig ich aus und renn weg!", bis "Hat der uns gerade angeknurrt?!", war alles dabei...
Irgendwie konnten wir uns dann aber doch gegenseitig beruhigen und dem Zwang der Maennlichkeit gehorchend durch die Elefantenherde hindurch fahren. Mit 0,1 km/h und einem Puls von 200 Schlaegen pro Minute ging es dann voran in den sicher geglaubten Tod durch Elefanten. Teilweise waren die Tiere nur 10m von unserem Auto entfernt, sodass die Kamera selten Pause hatte (Fotos folgen).
Nach gefuehlten 6 Stunden war dann auch das letzte Vieh von der Strasse und wir traten im hereinbrechenden Sonnenuntergang den Heimweg zur Camp Site an, nicht. Denn kaum hatten wir die ersten (teils 1m tiefen) Wasserloecher passiert, streikte der Motor des anderen 4x4-Haufens. So standen wir also zusammen ueber den Motorblock gebaeugt, inmitten des Moremi (!) Wildlife Reserves und bemerkten, wie die Distanz zwischen Po und Grundeis immer kleiner wurde.
Bei dieser Gelegenheit moechte ich mich kurz selbst zitieren, um den Leser auf die Ursache dieses Fauxpas' aufmerksam zu machen: "Waehrend die Berliner einen externen Ansaugstutzen an ihrem Auto wissen, d.h. auch durch bis zu den Fenster stehendes Wasser fahren koennen, haben unsere beiden Muellhaufen [keinen] Ansaugstutzen (d.h. wir koennen nicht durch hoeheres Wasser fahren)". So haengten wir das Problemauto an den Haken der Berliner und schleppten uns feucht-froehlich gen Camp Site, wo wir im Dunkeln ankamen.

Zwischen Zelteaufbauen und Feuermachen verteilte Petra, eine der Berlinerinnen, schonmal eifrig Schnaps, sodass der Adrenalinspiegel wieder langsam Richtung Talsohle steuerte.
Irgendwann sassen wir dann bei Feuer und Wiskey zusammen und quatschten ueber Gott und Elefanten, als eine der Frauen aufschrie (vielleicht waren es auch Dominik oder Christoph, ich glaube ich war es nicht). Ein Rudel Hyaenen hatte sich an unser Lage angeschlichen. Auch hier spare ich mir all die Horrorgeschichten, die sich in den folgenden Tagen zusammen getragen haben. Gesagt sei lediglich, dass Hyaenen nicht nur dumme Sprueche reissen und die duemmste Hyaene im Rudel mobben, wie es uns "Der Koenig der Loewen" verkaufen will, sondern bei Zeiten tatsaechlich auch Menschen angreifen. Diese Info erreichte uns allerdings erst Tags darauf. So brach auf das Rudel Hyaenen eine wilde und vor allem betrunkene Horde 19 - 48 Jaehriger los, in erster Linie um den anwesenden Frauen zu demonstrieren, dass sie sich in unserer Anwesenheit vor wirklich nichts zu fuerchten brauchen. Der Coup gelang und die Hyaenen ergriffen verstaendlicherweise die Flucht. Als wir dann allerdings im nicht eingezaeunten Camp, in dem wir uebrigens die einzigen Gaeste waren, umherleuchteten, blitzten in beunruhigend regelmaessigen Abstaenden Augen im Gebuesch auf, sodass wir die Runde unauffaellig fuer geschlossen erklaerten ("Naja, ich war sowieso muede...").
Die Nacht lief fuer den ein oder anderen von uns dann sehr beschwerlich. Als einer der unseren nachts austreten wollte, musste er geschlagene zwei Stunden das Angestaute in seinem Koerper jonglieren, bevor das Rudel Hyaenen vor seinem Zelt den Heimweg antrat.
Dominik muss seither mit nur noch einem Schuh auskommen. Die Hyaenen waren so frei und haben den anderen mitgenommen. In dem noch verbliebenen sind dafuer spannende Gebissspuren der Entfuehrer.
Nachdem sich der naechtliche Hyaenen-Flashmob aufgeloest hatte und alle wieder bei Sinnen waren, machte uns der ansonsten freundliche Rezeptionist auf Nachfrage darauf aufmerksam, dass man hier haeufiger Probleme mit Hyaenen habe. Die Hyaenen wuerden vermutlich angeben, haeufiger Probleme mit Betrunkenen zu haben, und so halten sich am Ende Mensch und Natur, Schrottkarren und Top-Autos, Hysterie und Abenteuerlust im ewigen Gleichgewicht Afrikas.

Ein schoener Schluss.

Mittwoch, 1. September 2010

Praktikum im Problemviertelkrankenhaus: Teil 2


Ein bisschen Tod
Diese Woche war ich wieder auf der Inneren, weil ich das Gefuehl habe hier am meisten lernen und machen zu koennen. Meine beiden Interns sind leider in ein Krankenhaus ausserhalb von Windhoek versetzt worden, allerdings gibt es Interns in Huelle und Fuelle, sodass ich letzte Woche mit Paul und Helvi die Wards unsicher machte.
Die beiden lassen mich Blutabnehmen, wo Blut abzunehmen ist und erklaeren mir, warum die abgemagerte Frau da zittert und Blut vor den Zaehnen hat (HIV-positiv, Stufe 4) und warum der Mann da so viel Wasser in Beinen, Unterleib und Armen hat (starker Raucher: Herzversagen, bedingt durch chronischen Ueberdruck in den Lungen). Ihr merkt, ich fuchse mich langsam in die gaengigen Krankheitsbilder ein...

Ein paar kleine Schocks gab es auch diese Woche wieder. Zufaellig war ich gerade mit Dr. Dunduru unterwegs, seines Zeichens Captain des Doctor´s Football Team, in dem ich seit ein paar Wochen spiele, als dieser auf eine andere Station beordert wurde, um sich einen besonders interessanten Fall anzuschauen. Eine 45 Jahre alte Frau leidet unter dem „schlagmichtot“-Syndrom, das ueberall am Koerper offene Wunden entstehen und die Haut dabei wie verbrannt aussehen laesst. Als Doktor Dunduru sich dann auf Station nach der Patientin erkundigte, erwaehnte die Schwester beilaeufig, dass die Patientin vor einer halben Stunde in Richtung „Himmel gegangen ist“. Hm, na gut, Fall erledigt, was? Scheisse "Fall erledigt"! Wo die Patientin denn laege und ob wir nochmal einen Blick darauf werfen koennten? Wenn die Neugier mit den Medizinern durchgeht... So bin ich dem Doktor dann in den kleinen Raum auf der Station hinterher getigert und konnte mich zwischen Neugier, Angst und Ekel nicht so recht entscheiden, als der Doktor die Plastikhuelle um die ehemalige Patientin oeffnete. Tatsaechlich war die Frau am ganzen Koerper mit Wunden und Brandmalen uebersaeht, auch ihre Augen, die zu oeffnen der Doktor sich nicht hatte nehmen lassen, sahen nicht mehr ganz frisch aus. Das kann aber natuerlich auch einfach damit zusammen haengen, dass die Patientin tot war...

Schon Anfang der Woche hatte ich Erfahrungen mit Patienten gemacht, die mehr oder weniger ploetzlich sterben. Paul, mein Intern, hatte mir die letzte Patientin des Tages zum Blutabnehmen ueberlassen und war schonmal nach Hause gefahren. Als ich die Patientin dann in Augenschein nahm, rutschte mir das Herz kurz in die Hose. Eine an AIDS erkrankte Patientin in der letzten Stufe, zitternd, um sich schlagend und stoehnend, lag nackt auf dem Bett vor mir, ich war nicht ganz sicher, ob sie meine Worte ueber das bevorstehende Blutabnehmen ueberhaupt mitbekommen hatte. Leider hatte Patientin auch nach dem Abbinden des Arms keine sichtbaren Venen an den Armen, wie ich etwas beunruhigt feststellte. Nicht dass das etwas Ungewoehnliches waere, aber in der Konsequenz muss man femoral Blut abnehmen. Das bedeutet, dass man die Hauptschlagader in der Leistengegend sucht und dann einige Zentimeter tief eindringt, um die Spritze dann vollzumachen. Waehrend die Krankenschwester also die Arme und Beine der Patientin ruhig zu halten versuchte, suchte ich eifrig das pulsierende Schlagen in der Leistengegend der Patientin. Das war allerdings gar nicht so einfach, weil die Patientin, wie eingangs erwaehnt, zitterte wie verrueckt. Nach einer gefuehlten Ewigkeit pulsierte es dann endlich leicht unter meinen Fingern und ich konnte endlich das lang ersehnte Blut abnehmen.
Am naechsten Morgen bemerkte Paul beim allmorgendlichen Rundgang: „Du hast die Patientin gestern umgebracht“, und bemerkte vermutlich ziemlich amuesiert, wie mein Kopf ein heiteres Farbenspiel veranstaltete ... „Ich mach nur Spass, sie ist aber trotzdem tot.“. Puh, selten hab ich so gelacht, wie in diesem Augenblick, in dem ich Paul spasseshalber auch gerne mein Knie in seine femorale Gegend gerammt haette.
Auch den Rest der Woche werde ich auf der Inneren verbringen, den ein oder anderen Patienten um ein paar Tropfen Blut erleichtern und hie und da ein bisschen fuehlen, klopfen und horchen. Komme was wolle, ein paar Tage spaeter werdet ihr es an genau dieser Stelle nachlesen koennen.
Lasst euch nicht anquatschen und bleibt gesund!
Gruss aus Namibia,
Fredi

Praktikum im Problemviertelkrankenhaus: Teil 1


Blutfontaenen, reissende Haut und brechende Knochen sind ok fuer mich
Ich bin jetzt seit knapp drei Wochen Praktikant und Assistent im Katutura State Hospital und habe schon ein paar spannende, widerliche und faszinierende Sachen erlebt. Vor allem die ersten eineinhalb Wochen in der Inneren haben mir einen unglaublich spannenden Einblick in den Medizineralltag in Namibia gegeben. Mein Glueck war, dass meine schon im ersten Bericht beschriebenen Interns sich unendlich viel Zeit genommen haben, um mich in all die verkruksten Faelle und Gegebenheiten im Katutura State Hospital einzuweisen. Gegen Ende meiner kurzen Zeit war es selbstverstaendlich, dass ich den Patienten Blut abgenommen habe und teilweise die klinische Untersuchtung, d.h. abtasten, horchen und gucken, uebernommen habe. Auch Fluessigkeitsentnahmen aus dem Rueckenmark (Lamba Puncture) und der Lunge (Taps) durfte ich durchfuehren. Ich darf verraten, dass die Arbeit am Patienten mitunter ziemlich kniffelig und wahrscheinlich gerade deshalb ziemlich spannend ist!

Auch sonst kam selten Langeweile auf. Meine zweite Knochmarksentnahme beispielsweise, die durch eine schwere Osteoporose der Patientin eher wie das Loechern eines Kaeses aussah, als das Eindringen in einen Knochen, war nach meinem kleinen Kreislaufabenteuer am ersten Tag eine gute Gelegenheit meine Belastungsgrenzen in dieser Hinsicht zu erweitern.
Die Tumorentnahme und Haemoridenbeseitigung in der Chirurgie waren spannend, wenn auch ungeahnt kleine Eingriffe.
Bei der Herzschrittmacher-OP wollte ich gleich zu Anfang ein Zeichen setzen und dem Chefoperateur seinen Kittel anreichen. Ich beruehrte den Kittel fuer 0,24426 Sekunden und fuhr erschrocken zurueck, als der Chefoperateur, Dr. Katjitae mir auf deutsch: “Lass das!” zu bruellte. Erst dann fiel mir auf, dass ich keine Handschuhe trug und mir im Gegensatz zu Dr. Katjitae nicht vorher 10min. die Haende gewaschen hatte und den Kittel so kontaminiert haette. Mist.

Zu Anfang der Op musste ich, um die aufsteigende Magensaeure in Schach zu halten, kurz vor die Tuer gehen, weil der Arzt in dem Loch ueber dem linken Brustansatz der 72 jaehrigen Patientin herum manschte, als ginge es darum eine Ueberrschung im Baellchenbad zu finden. Auch sonst war die fuenf stuendige Herzschrittmacher-OP ein ziemliches Highlight, wollte doch der verfluchte Herzschrittmacher dem Herzen nicht so rechten Rythmus verleihen. Nach ewigem Gestocher und Probieren kam spaeter heraus, dass es wahrscheinlich am defekten Herzschrittmacher selbst liegt, nach zweieinhalb Stunden war das eine wichtige Erkenntnis. Letztlich hat die Patientin jetzt ein zuverlaessiges Herz und ich eine weitere Geschichte fuers Lagerfeuer.
Auch die beiden Kaiserschnitte, deren Zeuge ich auf der Paediatrie wurde, waren einpraegsam. Wieder einmal war ich erstaunt, wie ruede die Operateure mit der Haut der Patientinnen umgingen. Ein Schnitt durch Haut und Fett eroeffnet bei solcherlei OPs das Operationsfeld, danach wird versucht zu dehnen anstatt weiter zu schneiden, d.h. man zieht die Haut auf beiden Seiten des Schnitts in zwei verschiedene Richtungen, um hinterher ein kosmetisch schoeneres (weil narbenaermeres) Ergebnis zu bekommen. In der Praxis begeben sich zwei voll ausgewachsene Maenner in Rueckenlage und halten sich, wie beim Tauziehen, an der Haut der Patientin fest, um sie ihrer eigenen ein Stueck naeher zu bringen. So sinnvoll dieses Prozedere kosmetisch ist, so brutal sieht es fuer den ahnungslosen Zuschauer aus. Den werdenden Muettern war es egal, sie waren lokal betaeubt, sodass sie zwar bei Bewusstsein waren, aber von den Reissproben weiter unterhalb nichts mitbekamen.
Ist der Uterus dann erstmal freigelegt und samt der Fruchtblase aufgeschnitten, nimmt das Bad aus Blut und Fruchtwasser kein Ende mehr. Das Ganze ergiesst sich aus dem Bauch ueber die Decken und Folien, mit denen der Unterleib der Patientin in weiser Voraussicht ueberdeckt worden ist. Ein Sauger versucht die Welle ein bisschen einzudaemmen, erinnert aber eher an den Staubsauger in der Wueste. Ist der Fluessigkeitsschwall dann abgeklungen, schimmert auch schon ein duenn behaarter Kopf durch das Bierdeckel-grosse Loch im Uterus. Dieser wird dann in aller Eile heraus geprokelt, um das Baby anschliessend in die Arme einer Schwester zu setzen, damit es sofort unter einem Heizstrahler auf die koerperlichen Grundfunktionen untersucht werden kann. Der international standartisierte Apgar-Score gibt hier ein paar einfache Tests vor, bei dem das Baby durch regelmaessiges Atmen, Zappeln und Schreien bis zu 10 Punkte erreichen kann. Sind es dann weniger als 7 Punkte, nimmt sich die Fruehchenstation seiner an und peppelt es in einem dieser ungemuetlichen Brutkaesten auf. An dieser Stelle faellt mir immer wieder ein, dass ich seiner Zeit Tagessieger war, d.h. groesstes und schwerstes Baby des Tages. Nicht dass ich deswegen was Besseres waere, aber es faellt mir an dieser Stelle einfach immer wieder ein...

Tagessieger! Yes!!!

Fredi

1. Tag im Katutura State Hospital

Entspannter Einstieg und erste Belastungsproben



Das Katutura State Hospital ist das groesste Krankenhaus landesweit und legt optisch den Verdacht nahe, dass hier bei den Ingeniueren und Architekten der DDR abgeschaut wurde. Das Krankenhaus steht im Township Windhoeks - Katutura (Herero-Sprache: "Der Ort an dem ich nicht bleiben will") und war frueher ein Krankenhaus nur fuer Schwarze. Die Rassentrennung ging so weit, dass man die Kranken in verschiedenen Krankenhaeusern unterbrachte. Heute werden hier schwarze und weisse Patienten gleichermassen aufgenommen, was aber nichts an der deutlich hoeheren Anzahl schwarzer Patienten aendert, die wahrscheinlich daher ruehrt, dass Weisse in Namibia immer noch haeufig zu dem reicheren Drittel der Gesellschaft zaehlen und so Privatkrankenhaeuser vorziehen, die besser ausgestattet sind und ein angenehmeres Ambiente bieten.


So stehe ich nun vor diesem Betonblock und versuche mich mental auf alle moeglichen Szenarien einzustellen, die mich in den kommenden Minuten und Stunden so einholen koennten. In der Eingangshalle stehen ca. 40 Menschen in einer Schlange und warten vor einem Schalter, hinter dem es den Gesundheitspass gibt. Diesen erwirbt man fuer 8 Nam$ (ca. 80 Euro Cent) und hat damit die bestmoegliche Behandlung im Katutura State Hospital in der Tasche.
Ich warte nicht auf den Aufzug, denn aus Erfahrung weiss ich, dass dieser so seine Zeit braucht, bis er sich vom 8.Stock ins Erdgeschoss bequemt hat.
Ich stelle mich wie vereinbart im zweiten Stock bei der Sekretaerin des Senior Super Intendent des Krankenhauses vor und werde einem offensichtlich zufaellig anwesenden Intern zugeteilt. Mein Intern ist eine Sie, ca. 27 Jahre alt und hoert auf den Namen Dr. Olivier. Dr. Olivier ist ziemlich in Eile, bemueht sich aber um den ueblichen Kennenlern-Smalltalk, bevor sie mich in einen abgedunkelten grossen Raum schleppt, in dessen Mitte ein riesiger ovaler Tisch steht, um den sich ca. 30 Aerzte tummeln und einem Referenten lauschen, der die Zuhoererschaft offensichtlich ueber die Erkennung und Behandlung von Epilepsie in Kenntnis setzen will. Die meisten Aerzte sind Schwarz, die aelteren sind maennlich, die meisten jungen Aerzte weiblich, eine weisse Doktorin. Einige stellen Fragen und offenbaren teilweise ein denkbar schlechtes Englisch, einer stellt besonders viele Fragen und flaezt sich anschliessend genuesslich in seinen Sessel und blickt in die Runde, er weiss die Antwort naemlich schon. Auch sein Aeusseres verraet eine Menge Berufserfahrung und sein Laecheln zeugt von dieser wissenden Entspanntheit, wie sie nur leidgeprueften und erfahrenen Aerzten zu eigen ist. Klarer Fall: Er ist das Alphatier im Raum.
Im Anschluss an die Sitzung kommt er auf mich zu, waehrend ich im Kreise einiger junger Aerzte stehe und mich vorstelle, und heisst mich herzlich willkommen, das Ganze auf Deutsch, denn der gute Mann hat doch tatsaechlich in Homburg im Saarland studiert. Sachen gibt das!
Anschliessend eile ich mit Dr. Olivier in den 6.Stock des Krankenhauses und erlebe den allmorgendlichen Rundgang ("Ward Round"), bei dem die diensthabenden Aerzte der voran gegangenen Nacht einem Consultant, also einem dieser wissenden Aerzte, ihre gestellten Diagnosen und Behandlungsvorschlaege mitteilen und diskutieren. Ich verstehe inhaltlich quasi gar nichts, staune aber mit welcher Selbstverstaendlichkeit die Aerzte mit den teilweise abgemagerten und entstellten Patienten umgehen.

Als der Rundgang vorueber ist, verheisst der weitere Tagesplan von Dr. Olivier und mir Spannung: Eine Knochenmarkprobe muss einer Patientin aus dem Hueftknochen entnommen werden. Es ist die Primiere fuer Dr. Olivier, und ich darf zu schauen - uhu! So hasten wir eine Etage tiefer in den 8qm grossen OP-Saal, in dessen Ecke eine junge schlaefrige Frau liegt. Sie leidet unter Anaemie, also unter einem Mangel von roten Blutkoerperchen, woraus ein Mangel an Sauerstoff im Blut folgt. Durch die Entnahme der Knochenmarkprobe kann das Labor hinterher herausfinden, welche Ursache dafuer vorliegt.
Dr. Olivier richtet sich schon mal mit ihrem Operationsbesteck auf einem kleinen Tischchen neben der Patientin ein und verabreicht der Patienten eine Dosis Valium. Ich richte mich schon mal in meiner Ecke ein und erinnere mich an meinen Kreislaufzusammenbruch im letzten Jahr, als man mir einen Kateter legte, um mir irgendeine Fluessigkeit ins Blut zu pumpen.
Dann geht's auch schon los. Unter Anleitung eines erfahrenen Arztes jagt Dr. Olivier der nun schnarchenden Patientin ein paar Spritzen ins Fleisch ueber der linken Pobacke, immer soweit, bis die Nadeln merklich im Knochen stecken. Dann ein kleiner Schnitt mit dem Skalpell und dann... Ja und dann das! Ein Schraubenzieher-ahenliches Teil gleitet vom Op-Tisch in die Hand Dr. Oliviers direkt in die kleine Oeffnung ueber der linken Pobacke. Rotierend stoesst die Spitze immer tiefer durch Fleisch, Fett und Muskeln, bis ein Geraeusch erklingt, das wie brechendes Eis klingt. Als naechstes finde ich mich auf einem Stuhl hinter der Rezeption wieder und merke wie mir abwechselnd heiss und kalt wird, dazu ein leichter Schwindel und Uebelkeit - schoen. Ich merke, dass ich keine Farbe im Gesicht habe und frage eine der Schwestern nach einem Glas Wasser, diese lacht aber nur daemlich und verneint. Als ich gefahrlos aufstehen kann, haenge ich mich unter den naechsten Wasserhahn, trinke und wasche mir das Gesicht. Danach sitze ich wieder einfach nur. Es muessen mindestens schon 15min vergangen sein, seitdem ich aus dem OP gestuerzt bin, aber die Damen und Herren sind immer noch zu Gange. Ich frage mich um wie viele Kilogramm die arme Frau wohl erleichtert wird und merke, dass ich auch eine Dosis Valium gebrauchen koennte. Dann loest sich die Gesellschaft im OP langsam auf und Dr. Olivier fragt mich erstaunt, wo ich gewesen sei. Ich erklaere ihr den Sachverhalt, den sie schlicht mit einem "shame" kommentiert. Anschliessend beruhigt sie mich allerdings und erzaehlt, dass sie bei ihrer ersten aktiven OP-Besichtigung gebrochen habe. Ich verliebe mich einen Augenblick in meinen Intern, bemerke aber, dass es direkt weitergeht.
Ein junger, voellig abgemagerter schwarzer Mann muss einen intravenoesen Schlauch verlegt bekommen, weil sein Koerper die ueberlebenswichtigen Stoffe nicht mehr aus der Nahrung filtert. Der Mann kann kaum noch sprechen, gibt aber durch ein kurzes Zucken im Gesicht zu erkennen, dass ihm das Herumgespritze und Schlauchverlegen weh tut. Ich stehe daneben und komme mir denkbar ueberfluessig vor. Dr. Hamunyela - die Mentorin von Dr. Olivier - ermuntert mich allerdings einen Schritt naeher zu treten und so tue ich wie mir aufgetragen. Irgendwie will der Schlauch nicht dahin, wo er hin soll, deswegen wird jetzt das selbe Prozedere auf der anderen Seite, also der linken Brusthaelfte versucht. Als der Patient seinen Arm nimmt, um den der Aerztin mit der Spritze in der Hand weg zu druecken, verabreicht ihm Dr. Olivier sofort die dritte (!) Dosis Valium, um ihn endlich ruhig zu stellen. Ploetzlich sind seine Pupillen verschwunden und ihm steht nur noch das Weisse in den halb geoeffneten Augen. Dr. Hamunyela stellt fest, dass sein Puls faellt und beauftragt eine der Schwestern den Patienten an ein Sauerstoffgeraet anzuschliessen. Die Schwester stellt trocken fest, dass das Sauerstoffgeraet auf der anderen Seite des Zimmers angebracht ist, daher wird der junge Mann mit all seinem Equitment auf die andere Seite des Zimmers gerollt. Hier wird auch ein Geraet angeschlossen, dass den Blutdruck und die Koerpertemperatur misst. Ich staune, wie ein Mensch mit einer Temperatur von 23,5 Grad leben kann und bekomme erklaert, dass die Temperaturanzeige nicht richtig funktioniert. Dafuer sinkt der Puls stetig, ebenso der Blutdruck. Dr. Hamunyela ordert eine Dosis Adrenalin, bittet aber noch abzuwarten. Erst muesse der Patient geroentgt werden, um festzustellen, was fuer den kritischen Zustand verantwortlich ist. Entweder seien es innere Blutungen oder es sei Luft zwischen den Rippen und einem der Lungenfluegel, die die volle Ausdehnung des Lungenfluegels verhindert und so zu einem Lungenkollaps fuehren kann. Bis das Roentgengeraet aus einer der unteren Etagen angekarrt ist, wird einige Zeit vergehen, und weil es ohnehin schon Zeit fuer mich geworden war, entlassen mich Dr. Hamunyela und Dr. Olivier freundlich in meinen Feierabend.
Ich frage mich, wann fuer die beiden Aerztinnen Feierabend sein wird, ganz zu schweigen von dem Patienten...

Eine lange erste Kette von Erlebnissen am ersten Tag im Katutura State Hospital, aber trotzdem lehrreich und unglaublich spannend. Ich hoffe, das bleibt so!

Dienstag, 31. August 2010

Reisen durch den Norden

Rückblick auf den Herbst 2009


Ich mal wieder!

Seit wir vor 3 Wochen von Windhuk ueber Oshakati und Oshikuku nach Ruacana und schlussendlich nach Oshipeto gereist sind, hat sich einiges getan:

Zum Visum:

Auch in Namibia ist man Fan von Buerokratie, sodass die Jungs im Innenministerium erst unsere Visumsunterlagen aus Deutschland abwarten, anstatt unserem Antrag durch eine der Schwestern zu entsprechen. Das bedeutet, dass wir Ende November nochmal nach Windhuk juckeln muessen, da unser Touristenvisum dann auslaeuft. Dann hoffentlich koennen wir guten Gewissens mit der Arbeitserlaubnis zurueck gen Oshipeto fahren.

Ruacana (08.09.09 - 25.09.09):

Das beschauliche 1000-Seelendorf Ruacana, das im aeussersten Norden Namibias an der Grenze zu Angola liegt, beherbergte uns fuer knappe zwei Wochen. In dieser Zeit avancierten wir zu waschechten Lehrern; ich in den Faechern Englisch und Computer und Christoph in Computer und Restaurant-Lehre.

Die Zeit war eine echte Pruefung, denn der Norden Namibias ist nochmal was ganz anderes als die dem Westen aehnelnde Region um Windhuk. Hier regiert die fuer Namibia typische endlose Weite und das Buschland, das sich unter der heissen Sonne bis zum Horizont erstreckt und sich nur durch vereinzelt zu sehende Krals und Huettenansammlungen abwechselt.
Ruacana ist daher ein verhaeltnismaessig grosses Dorf mit der besonderen Umstand zum grossen Teil aus Betonhuetten zu bestehen. In eben so einer Huette, von den oertlichen Ordensschwestern zur Verfuegung gestellt, hausten wir und unterrichteten an der knapp 60 Schueler fassenden Privatschule mit Schuelern zwischen 19 und 40 Jahren. Nach diesen zwei Wochen ging es dann endgueltig nach Oshipeto.

Oshipeto (gegenwaertig):

Nachdem wir phasenweise auf den Busch vorbereitet wurden - Oshakati ("Hauptstadt des Nordens"), Oshikuku, Ruacana, Oshipeto - war die Ankunft im stromlosen Oshipeto ueberraschend schoen. Knappe 100 Kinder hatten sich schnell um die Ladeflaeche des Pickups versammelt, mit dem wir hergebracht wurden und sangen tanzend"We are happy that you are here". Ein Spitzenempfang, der auch einer harten Sau wie mir beinahe den Saft in die Augen trieb...
Besonders angenehm war, dass wir in ersten Tagen von zwei Theologiestudentinnen aus Deutschland eingearbeitet wurden, die die vorhergehenden zwei Monate in Oshipeto verbracht hatten.
So hatten wir den Alltag ziemlich schnell raus:
Vormittags betreuen wir den Kindergarten, was sicher zu den nervenzehrendsten Aufgaben des Tages gehoert. Die Kinder schreien, spielen, kloppen und weinen um die Wette und sprechen dabei nur selten kommunikatives Englisch. Alles in allem ist der Job aber lustig, wenn auch manchmal anstrengend!
Mittags bekochen wir uns selbst, bisher allerdings nur mit Nudeln, Eiern und Bockwuerstchen, und relaxen anschliessend.
Nachmittags gehen wir dann zu den Kindern und bespassen diese mit Fussbaellen, Seilchen, Hautmalfarbe oder schlicht unserer Anwesenheit. Bespassung durch Anwesenheit kann ruhig woertlich genommen werden, denn kaum kommt man in Sichtweite der spielwuetigen Kinder zwischen 5 und 17Jahren, hat man 2 Kinder an jedem Bein, 5 an jedem Arm und 17, die einem auf, am oder im Kopf herumspielen und die weisse Haut bewundern. Ein Traum!
Abends stehen dann noch Kartenspiele, Lesen oder das ein oder andere Bier in Okashia auf dem Plan. Okashia ist ein 5km entferntes Dorf und der Ballermann von Oshipeto. Es stehen also 3 kleine Bars aus Beton oder Holz zur Auswahl, in denen man Billiard spielen oder trommelfellzerstoerend laute Musik aus einer Jukebox hoeren kann.
Auch das Waschen per Hand gehoert von nun an zum regelmaessigen Prozedere in Oshipeto. Man glaubt gar nicht wie anstrengend das sein kann! Da machse nix, da musse durch...

Alles in allem aber ein gelungener Start ins Auslandsjahr und den Arbeitsalltag in Namibia.

Soweit aus Oshipeto,

Fredi

Montag, 30. August 2010

"... Schluss aus und vorbei...

... im Leben geht so viel entzwei." Das wusste schon unser aller Vorbild und Vater, Wolfgang Plattenkoenig Petry. In nicht weniger als drei (3) Tagen werde ich in den Flieger steigen und die Heimreise antreten. Dabei bin ich doch gerade erst angekommen! Das versucht mir mein Hirn jedenfalls seit geraumer Zeit einzufluestern...

Die letzten Tage sind ueberhaupt ziemlich komisch. Das grosse Verabschieden geht los. Im Projekt haben Christoph und ich uns bereits verabschiedet. Und weil Abschiede an sich nicht schon grausam genug sind, haben wir noch drei Ziegen gekauft und umbringen lassen. Einfach so. Und ein bisschen auch weil wir mittlerweile wissen, dass das Schlachten von Tieren in Oshipeto, vom Hinrichten bis zum Verspeisen, allseits Freude verbreitet und fuer ausgelassene Feierstimmung sorgt. Die Abschiedsfete war ein dementsprechend gelungenes Fest. Alle 150 Kinder und Jugendliche haben sich irgendwie in Gruppen zusammen gefunden (15 an der Zahl) und gesungen, getanzt und Theater aufgefuehrt, was das Zeug hielt. Zum Schluss haben noch einige der aelteren Kinder und unsere Mentorin ein paar Worte an uns gerichtet, sodass es vom Klos im Hals bis zum Traenenmeer auf Wangen, T-Shirt und Buchse nicht mehr weit war. Alles in allem also eine wirklich schoene Zeremonie.
In Windhoek gilt es jetzt noch bei saemtlichen Schwestern, Familien und Freunden Lebewohl zu sagen, bevor das grosse Begruessen in Deutschland ab Freitag beginnt - einfach herrlich!

Und was bleibt? Das ist ein bisschen die Frage, die im Augenblick ueber allem steht. Die Erinnerungen ans wunderschoene Namibia? Ans traute Oshipeto? An die Herzenswaerme, mit der wir eigentlich durchs ganze Jahr geleitet wurden? Bin ich jetzt ein besserer Mensch!? Ein ganzer Kerl mit der Gelassenheit eines Elefanten und dem Weitblick eines Zebras (oder Gnus)?
Ich weiss das nicht. Ich werde es wohl herausfinden, wenn ich wieder in Deutschland angekommen bin und mich in stillen, lauten, melancholischen und sonstigen Momenten zurueckerinnere...

Bis dahin werde ich einfach weiter stur "Aufwiedersehen" oder "Hallo, schoen wieder da zu sein" sagen und mal schauen, was mir mein Hirn kuenftig ueber Namibia einfluestert.

Auf ziemlich bald,

Fredi